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Granvilla [Dorf]

Der Weiler Granvilla, dessen Ortsnamen auf die Größe der Siedlung zurückgeht, ist das älteste bürgerliche und kirchliche Zentrum von Sappada. Noch heute ist es einer der ausgedehntesten und bevölkerungsreichsten Weiler. Die Pfarrkirche St. Margherita, die östlich, abseits vom alten Dorfkern liegt, trägt urkundlich nachgewiesen diesen Namen seit 1327 und wurde zwischen 1777 und 1779 in ihrer heutigen Form wieder aufgebaut. Im Dorf liegt auch das älteste und größte in Mauerwerk errichtete Wohnhaus von Sappada, das Haus Solero Ortar (1642).

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde am östlichen Dorfende, nahe der Kirche, das Hotel Alle Alpi gebaut. Es ist der zweitgrößte Hotelbau in Sappada nach dem kurz zuvor errichteten Hotel Stella d'Oro in Hoffe.

In der Nacht vom 9. Oktober 1928 wurde das Dorf zum großen Teil durch einen Brand vernichtet (35 Wohnhäuser zerstört, 41 obdachlose Familien). Nur wenige im traditionellen Baustil errichtete Holzhäuser blieben erhalten, darunter das besonders charakteristische Haus Fauner Tèjlar und das ein wenig höher am Berg gelegene, klassischere Haus Kòchlar.

Der Wiederaufbau des Dorfes erfolgte in den 30er und 40er Jahren, den damaligen Bauvorschriften und gestalterischen Vorgaben folgend. Es veränderte sich nicht nur der Dorfcharakter, sondern, mit der Begradigung der Hauptstraße in eine geradlinigere, auf gleichmäßiger Höhe verlaufenden Strecke, ebenfalls das bestehende Straßennetz. Die etwas höher am Berg liegende, noch heute vorhandene Kurve, zeigt die ursprüngliche Straßenführung durch die Häuser des Dorfes, wie es auch in alten Aufnahmen zu sehen ist.