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Cima Sappada [Zepódn]

Cima Sappada stellt historisch fast eine Ortschaft für sich dar und verfügt im Vergleich zu den anderen Weilern über eine größere Selbständigkeit. Die Etymologie von Zepódn, "Zepoden" in der lokalen Mundart, scheint auf die Lage der Besiedlung auf dem ebenen Boden (zum pod(e)n) des Tales hinzudeuten. Auch der Ursprung des italienischen Ortsnamens Sappada geht wahrscheinlich darauf zurück.

Der alte Dorfkern konzentriert sich am nordöstlichen Rande der weiten, aus Schwemmland entstandenen Terrassierungen, an der Mündung zum Val Sesis. Er liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 1297 m und damit erheblich höher als die anderen Weiler des Tales. Die Vermutung liegt nahe, daß hier die erste Besiedlung des Talkessels von Sappada entstand.

Die Gliederung der Siedlung ist einzigartig unter den Weilern, weil Wohn- und Wirtschaftsgebäude dank der Bodenbeschaffenheit fast gleichförmig auf einer Ebene angesiedelt sind und durch ein kleines, innerhalb des Weilers verlaufendes Straßennetz miteinander verbunden sind.

Cima Sappada besitzt eine eigene, dem Hl. Oswald geweihte kleine Kirche, die - Zepódarkirche, 1732 errichtet und 1773 ausgebaut. Die Kirche von Kartitsch im Gailtal und die Pfarrkirche der verwandten Sprachinsel von Zahre / Sauris haben den gleichen Kirchenpatron. Vier kleine Nischenkapellen - Fèlixnmaindl, Sìndarmaindl, Gràznmaindl, s'Gràntnmaindl - sind auf den umliegenden Wiesen verteilt, eine fünfte, - Plótznmaindl - befindet sich in der Ortschaft Plótzn.

Im Weiler sind zahlreiche Bauten von beachtlichem Interesse erhalten, u.a. ein Herrenhaus aus Mauerwerk aus dem 17. Jahrhundert - Kratter s'Gàigars-Haus - mit Vorraum und Kuppelgewölbe, dessen östliche Fassade ein kleines, zweibögiges Fenster aufweist. Musterbeispiele der verschiedenen Holzbauten der traditionellen Bauweise sind insbesondere das s'Ghèarat'n - Spànglars-Haus (18. Jh.), in dem der Steinherd mit der alten Räucherkammer noch vollständig erhalten ist, sowie die dreistöckigen Häuserkomplexe s'Vùchs'n - Stànich - s'Tàicn-Haus (17. Jh.), das s'Zenzn Schúistars-Haus (18. Jh.) und das Sìndar-Haus (1806). Weitere Beispiele, die eine klassische Struktur mit einfachem Grundriss aufweisen, sind das Vòltans - s'Plèschn-Haus (1777) und das Lanner-Haus. Außerdem sind weitere seltene Bauvarianten mit längsangelegtem Flur erhalten, wie das Graz-Haus und das Padróusn - s'Plèschn-Haus.

Unweit der Siedlung, dem Lauf des Piave entlang, befindet sich ein Sägewerk und eine alte Wassermühle, die einen Nachweis des alten traditionellen Gewerbes in diesem Gebiet liefern, das heute jedoch nicht mehr existiert.