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Bach [Poch]

Der Weiler Bach ist der größte von Sappada. Er ist nach dem nahegelegenen Wildbach benannt, der von den Felsenvorsprüngen von Olbe bergab fließt und die Weiler im Westen von denen im Osten trennt. In Bezug auf erhaltene Bausubstanz und Dorfstruktur gehört er zu den weniger interessanten Weilern; er wurde am 13. September 1908 durch einen in einem Heustall entfachten Brand zerstört.

Nach dem Brand wurde der Weiler wieder aufgebaut. Die Dorfmitte wurde erheblich weiter talwärts verlegt und der Bebauungsplan verlieh ihm eine streng geometrische Struktur. Die neuen Gebäude wurden längs in drei parallel verlaufenden Hauptreihen angeordnet, in zwei weiteren Reihen die Wirtschaftsgebäude, die in den letzten Jahrzehnten fast systematisch zu Wohnhäusern oder in kleine Villen umgebaut wurden. Die Umsetzung des Bebauungsplanes, der die natürlichen topographischen Gegebenheiten nicht berücksichtigte, verhinderte eine sinnvolle Entwicklung von Gliederung und Nutzung des Raumes im Ortszentrum von Sappada. Durch den 1922 erfolgten Neubau der Straße zwischen der zweiten und dritten Häuserreihe hindurch gingen die zu den Häusern gehörigen Grundstücke zum großen Teil verloren. Die durch den Wiederaufbau begonnene Entwicklung und die zentrale Lage im Tal, sowie die Ausdehnung und die nicht zu großen Höhenunterschiede im umliegenden Gebiet trugen zum beachtlichen Wachstum des Weilers besonders südlich und westlich des ursprünglichen Dorfkerns bei, bis hin zu einem fast fließenden Übergang zum Weiler Palù. Die 1953 erfolgte Verlegung des Rathauses in den Weiler Bach hat außerdem seine Rolle als Zentrum der Ortschaft verstärkt.

Die 1726 erbaute, dem Hl. Antonius von Padua geweihte Kapelle, genannt Schantantonimaindl oder Pocharmaindl, überstand den Brand und ist der älteste Kirchenbau in Sappada. Bergwärts und talwärts der Siedlung befinden sich vier kleine Nischenkapellen als Zeichen von Rast- und Erinnerungstätten mit Votivgaben als Symbole der Volksandacht. Am westlichen Siedlungsrand liegt die kleine, 1824 erbaute Kapelle dell'Orto del Gethsemani, ganz in der Nähe befindet sich die Kreuzwegkapelle der ersten Station der Via Crucis, die sich auf dem gegenüberliegenden Hang des Mühlbachs fortsetzt.

Die einzigen im traditionellen Stil gebauten und erhaltenen Wohn- und Wirtschaftsgebäude sind das Haus Nìcklar und der gleichnamige Heustall; beide liegen am nördlichen Ende des Weilers und sind dank ihrer vom Dorfkern abgeschiedenen Lage dem Brand entkommen.