Lageplan auswählen
 

Mühlbach [Milpa]

Der Weiler Mühlbach ist nach dem nahegelegenen Mühlbach und der noch heute erhaltenen Wassermühle benannt, die unterhalb des kleinen Wasserfalls an der Talverengung am Bach liegt, jedoch nicht mehr in Betrieb ist. Der alte Dorfkern des Weilers liegt am Scheitel zwischen der Böschung, die sich im Westen über der Talverengung Weiher des Mühlbachs erhebt, und der Nordseite des Piavetals. Wegen seiner Lage wird er von einigen lokalen Autoren (G. Fontana, 1966; A. Laguna, 1983) als "Weiler mit dem schönsten Ausblick auf das Tal" beschrieben. Die weitere Entwicklung des Weilers erfolgte in den 30 und 50er Jahren entlang der Straße im Tal, die sich mit der neuen Straßenachse verbindet.

Interessant ist die Kehre der alten Straße, die wie ein Knie am höchsten Punkt der Steigung verläuft, an der Böschung des Mühlbachs. Hier beim Brunnen befindet sich ein Kruzifix und eine kleine, dem Heiligen Herz Jesu geweihte Kapelle (HerzJésusmaindl), zusammen mit einigen Wirtschaftsgebäuden. Eines davon weist den charakteristischen, überdachten Steg (Prücke) auf, der Wohnhaus und Heustall verbindet.

Das große Schulgebäude (1907) war Sitz des Rathauses, der 1953 in den Weiler Bach verlegt wurde. Am östlichen Rand des Weilers sind nur noch wenige, aber bedeutende Holzhäuser der traditionellen bäuerlichen Bauweise erhalten, wie das s'Paurn-Haus und das Milpasènders-Haus.

Die zum Kalvarienberg (Kolvàri) hinaufführenden Kreuzwegkapellen, die vom Pladner Pietro Kratter Pieterlan als Votivgabe 1824 errichtet wurden, verleihen dem Weiler Mühlbach einen besonderen Charakter. Die Reihe der 14 Kreuzwegkapellen beginnt am Rande des Weilers Bach und steigt auf der östlichen Böschung der Talverengung hinauf. Sie endet mit der kleinen Kirche des Kalvarienbergs, neben der die drei Kreuze des Golgotha aufgestellt sind.