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Hoffe [Hóuve]

Das Dorf Hoffe ist eines der interessantesten Weiler des Pladnertals (Valle di Sappada). Es zeichnet sich durch besondere Vollständigkeit der Dorfstruktur und Erhaltungsqualität der historischen Bauten aus. Im Gegensatz zu den nahegelegenen Weilern Cottern und Fontana werden durch Wiesenflächen Abstände zwischen den Häusern definiert, was dem Weiler eine besondere Charakteristik verleiht.

Der alte Dorfkern breitet sich auf einer mit Wiesenland bedeckten Erhebung aus, die aus dem Profil des Nordhangs leicht hervortritt. Auf dieser Erhebung, die im wesentlichen aus Tonboden besteht, sind die Weiler in einer durchschnittlichen Höhe von 1250 m ü.d.M. der Reihe nach angesiedelt. Auf einer Ebene dieser Erhebung wurde der Kern der ursprünglichen Siedlung gegründet, der sich in seiner Randlage deutlich von der umliegenden Landschaft abhob, wie in der Aquarellzeichnung von Josiah Gilbert (1873) klar ersichtlich wird. Offensichtlich war die Bodenbeschaffenheit für das Bauen in exponierter Lage am Hang geeignet, was sich dann auch für die weitere Entwicklung des Weilers als besonders günstig erwies.

Durch den 1967 erfolgten Abbruch des großen Hauses s'Nàzzilan - s'Schìtzn - s'Lóisn erlitt diese Ortschaft den Verlust ihrer geometrischen Dorfmitte. Es handelte sich dabei um das größte Gebäude des Weilers, das den heutigen Platz einnahm, um den die vom alten Dorfkern erhaltenen Häuser in einem Kreis angeordnet sind. Noch vor diesem Abbruch erfolgte 1955 jener des nahegelegenen Heustalls s'Stèfflan. Vom ursprünglichen Dorfkern ist die äußere Häuserreihe erhalten (mit dem Neubau des Hauses s'Nènderlan, dem 1960 der Abbruch des Hauses s'Nàzzilan vorausging). In diesem Gebiet befinden sich zwei charakteristische Bauten, die sich aus der Umgebung herausheben und einen eigenständigen Teil des Weilers bilden: Eine kleine Kapelle, vormals der Dreieinigkeit, seit 1937 jedoch dem Hl. Giovanni Bosco geweiht, schließt die Nordseite des heutigen Platzes ab, sowie ein in der südöstlichen Ecke des Platzes gelegener Brunnen. Das ortsübliche Kruzifix ist nicht vorhanden, es besteht auch keine Überlieferung über dessen vorherige Existenz.

Im Gegensatz zum bis hier beschriebenen Dorfkern verläuft ein Teil des Weilers an der "alten" Straße entlang, wo sich alte Häuser von besonders wertvoller Bausubstanz und landwirtschaftliche Gebäude abwechseln. Hier befindet sich ein weiterer Brunnen am Straßenrand.

Die neue, 1922 gebaute Straße, verläuft talabwärts vom alten Dorfkern gelegen. Die hier in neuerer Zeit errichteten Häuser zeichnen sich durch neue Bau- und Mauerwerksart aus. Keines von ihnen weist einen besonderen historisch-architektonischen Wert auf, nur der Heustall aus dem 20. Jahrhundert ist nennenswert, der zunächst abgerissen und 1989 als Wohn- und Geschäftshaus wieder aufgebaut worden ist.