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Fontana [Prunn]

Im Weiler Fontana sind die meisten erhaltenen Holzhäuser der verschiedenen Arten der traditionellen bäuerlichen Bauweise von Pladen/Sappada zu sehen. Während er noch einen beachtlichen Abstand zum Weiler Hoffe aufweist, erscheint die Unterbrechung der Siedlung im Osten zum Weiler Kratten in Folge der Bauentwicklung des 20. Jahrhunderts weniger pregnant, die zumindest talseitig der alten Straße nur zu einer bescheidenen Bebauung des noch freien Raumes zwischen den beiden Siedlungen geführt hat. Das weiter talwärts gelegene Gebiet auf der Höhe der neuen Straßenführung war durch den Bau einiger in Mauerwerk ausgeführter Wohnhäuser und Hotels viel stärker davon betroffen.

Der alte Dorfkern verteilt sich auf die sanft abfallenden Hügel dieses Gebietes an der Nordseite des Tales, auf einer durchschnittlichen Höhe von 1245 m. Er liegt niedriger als der Weiler Hoffe und weist zahlreiche Holzhäuser der verschiedenen traditionellen Bauarten auf.

Die kleine Weilerkapelle ist nicht mehr vorhanden, jedoch steht ein Kruzifix in herrlicher Lage auf einer Wiese, neben dem Prunner s'Zenzn-Haus. Ein Brunnen mit Doppelbecken etwas unterhalb der alten Straße bildet die geometrische Mitte der Siedlung und einen Versammlungspunkt der Bevölkerung des Weilers.

Von ganz besonderem Interesse ist das zum Teil in Mauerwerk errichtete Prunner Sèfilan-Haus, 1650 erbaut, und urkundlich eines der ältesten Häuser von Sappada. Ebenfalls sehenswert sind die in der klassischen Art des 18. Jahrhunderts errichteten Häuser mit querverlaufendem Flur, wie das s'Pàulan-Haus (1737), das Prunner s'Zenzn-Haus (Mitte 18. Jh.) und das s'Plàsn-Haus (1707). Neben letztgenanntem befindet sich ein weiterer Brunnen und, in entgegengesetzter Richtung, ist ein sehr seltenes Beispiel an kèisn erhalten, ein großer Trockenboden für Getreide, der einst in allen Weilern zu finden war.