Cretta [Krette]

Puicher s'Kóttlarsch Haus / Stol

Weiler Cretta - Hänge über dem historischen Dorfkern

Bauartkategorie A.1^B.1

Datierung: um 1825/1850

Katalog 14.04

Der interessante Gebäudekomplex des Puicher s'Kóttlarsch Haus mit einfachem Modul und angeschloßenem Vieh- und Heustall ist um 1825 entstanden.

Der Flur (labe) durchquert das Gebäude von Osten nach Westen, längs der Nordwand des Wohnhauses, hinter der sich der Heustall befindet.

Seine Besonderheit ist die asymmetrische Anordnung der Räume, mit dem erheblich kleineren Raum im Südwesten verglichen mit jenem im Südosten, was bei der Ansicht der Vorderseite sogleich auffällt, wo die Kopfteile der Balken der Mittelwand vorkragen.

Eine weitere Besonderheit des Gebäudes ist der 'Bruch' des Grundrißes mit einfachem Modul durch die Öffnung, im ersten Stockwerk, eines bewohnbaren Raumes im nordwestlichen Quadrant. Dadurch wird der nutzbare Raum des anliegenden Stalles im Nordosten reduziert. In diesem als Schlafzimmer eingerichteteten Raum befindet sich ein eigenständiger gewölbter Heizofen. Die Decke schmückt ein Holzrelief mit dem eucharistischen Monogramm "I(esus) H(ominum) S(alvator)" und auf der mit einem Blumenmotiv bemalten Türe steht das Datum '1863'.

Die vorderen Räume des Wohnhauses sind wie folgt angeordnet: Im 1. Stockwerk befindet sich die Küche (kùchl) mit dazugehörigem Herd (hièrt oder óffnsvàir) und den parallel verlaufenden Stangen an der Decke. Diese dienen zum Aufhängen der Lebensmittel, da der Raum auch zum Räuchern (èisn) genutzt wird (kleinerer Raum, an der südwestlichen Ecke, von dem man durch eine Falltüre in ein Kellergeschoß gelangt). Weiters die Wohnstube (khò_tibe) mit dem gewölbten, großen Heizofen (óuvn) aus Mauerwerk, der durch eine Öffnung im Flur (óuvnlòch) versorgt wird (größerer Raum, an der südöstlichen Ecke). Vom Flur führt eine Treppe in das 2. Stockwerk, wo sich ein Schlafzimmer (kòmm(e)rn) (größerer Raum, an der südöstlichen Ecke) und eine kleine Kammer (kèmm(e)rle) befindet, die als Werkstatt für handwerkliche Arbeiten im Bereich der Land-, Forstwirtschaft und Viehzucht (kleinerer Raum, an der südwestlichen Ecke) eingerichtet ist.

Der Balkon verläuft an drei Seiten des zweiten Stockwerkes, wo sich am östlichen Ende ein Klosett mit dem üblichen Abflußrohr befindet.

Das Dach weist die ursprüngliche Schindelbedeckung aus Lärchenholz auf.

Dieser Häuserkomplex wurde 1995 von der Gemeinde Sappada erworben. Es wurde unter Beachtung der strengen Bauvorschriften vollständig renoviert und als Casa-Museo della Civiltà contadina (Museum der Bauernkultur) eingerichtet.